Fasting, bodily care, and the widows of 1 Timothy 5:3–15

Research output: Contribution to journalArticlepeer-review

Abstract

In seinem Aufsatz »Medical Imagery in the Pastoral Epistels« vertritt Abraham Malherbe die These, dass medizinische Terminologie in den Pastoralbriefen als eine konventionelle Form von Polemik zur Charakterisierung der Gegner verwendet wurde. Malherbes Identifikation dieser medizinischen Konzeption bildet den Ausgangspunkt für die Verhältnisbestimmung zwischen der Forderung der Gegner, nicht zu heiraten und sich bestimmter Speisen zu enthalten (1 Tim 4,2–3) und der Anweisung des »Paulus« an jüngere »Witwen« zu heiraten (5,3–15). Die folgende Untersuchung geht davon aus, dass der Autor des 1. Timotheusbriefes bestimmte Frauen und Männer davon abbringen will, »anders zu lehren« (1,3–4): sie sollen konkret von ihrem Heiratsverbot Abstand nehmen. Vor diesem Hintergrund wird der Zusammenhang zwischen Fasten und sexueller Enthaltsamkeit in Texten zeitgenössischer Ärzte, bei frühchristlichen Schriftstellern sowie Philo von Alexandrien reflektiert und daraus die These abgeleitet, dass die »andere Lehre« auf die Kontrolle des Heiratswunsches durch eine bestimmte Ernährung ausgerichtet ist. Es wird gezeigt, dass zeitgenössische Mediziner skeptisch waren, dass Frauen ihr sexuelles Begehren kontrollieren könnten, und zwar wegen ihrer körperlichen Schwäche. Das legt die Schlussfolgerung nahe, dass die Argumentation den Opponenten gegenüber nicht einfach nur konventionell ist, sondern ein rhetorischer Schachzug gegen ihren medizinischen Rat, der zur Einhaltung des Heiratsverbots führen soll.
Original languageEnglish
Pages (from-to)191–205
Number of pages15
JournalEarly Christianity
Volume11
Issue number2
DOIs
Publication statusPublished - 2020
Externally publishedYes

Keywords

  • 1 Timothy
  • opponents
  • medical theories
  • asceticism/aestheticism
  • widows
  • women's bodies

Fingerprint

Dive into the research topics of 'Fasting, bodily care, and the widows of 1 Timothy 5:3–15'. Together they form a unique fingerprint.

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